Kurzgeschichten

Die WWMG 2020 wurden am Donnerstag auch in Seefeld fortgesetzt. Im Biathlon trafen sich mehr als 200 AthletInnen zum fairen Wettkampf gegeneinander und gegen sich selbst. Das Wetter war strahlend und die Loipen perfekt. Viele Fans versammelten sich rund um den Schießstand um die Athleten anzufeuern.

Ein buntes Feld an Biathleten aus aller Welt ging ab 10 Uhr an den Start. Der Australier Friedl Bartsch, Jahrgang 1957, ging mit Startnummer 23 ins Rennen. Seine Mutter kommt aus Schottland, sein Vater ist aus Deutschland ausgewandert und starb aber als Friedl noch sehr jung war. Er erinnert sich gerne zurück, wie sein Vater ihm vom Skifahren erzählt hat: „Schon als kleiner Knabe wollte ich hierher kommen um Ski zu fahren. Ich mache, seit ich 56-jährig bin, Biathlon. Vorher hatte ich etwas Langlauf gemacht und auch geschossen, aber nicht kombiniert. Mit 56 hat meine Frau Gloria zu mir gesagt: "Friedl, Motorradfahren ist zu gefährlich für dich, ich kaufe dir ein Biathlongewehr". Vor fünf Jahren war ich bei den WWMG in Quebec und hatte so viel Spaß, dass ich unbedingt auch in Innsbruck/Seefeld starten wollte. Ich bin in Rente, war vorher in der Kernforschung tätig, nun ist mein Job, mich um meine Frau zu kümmern. Wir wohnen 80km südlich von Sydney. Wenn ich Skifahren will, muss ich sechs Stunden in die Snowy Mountains fahren. Normalerweise trainiere ich auf Rollskis auf den Radstreifen entlang der Küste. Dieses Jahr war es schwierig, denn wir waren umkreist vom Buschfeuer. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Vorstellung hier, aber jetzt müssen wir schnell nach Australien zurück fliegen, weil wir bald Großeltern werden.“

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Friedl Bartsch (Australien)

Einer der jüngsten Teilehmer ist der Südtiroler Stephan Zippl, Jahrgang 1988. Nach der langen Distanz hat er heute auch auf den 6km die Goldmedaille gewonnen. Er ist Vater von zwei Kindern und arbeitet als Küchenchef in einem Hotel in Südtirol. Er trainiert vier bis fünf Mal pro Woche, muss zum Schießen jedoch rund 1,5 Stunden nach Antholz fahren. Er besitzt erst seit einem Jahr ein eigenes Gewehr. Stephan Zippl spielt auch Eishockey und fährt im Sommer Radrennen. Als Junior war er bei der Elite der U23 und wollte Profi werden. „Ich habe mich für sauberen Sport entschieden – und es nicht zu schaffen“, so Zippl.

Das strahlende Wetter und die motivierten Volunteers tragen zum guten Gelingen der WWMG 2020 bei.

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Fotos © Volunteer Team Tirol

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