Kurzgeschichten

Die WWMG 2020 stoßen nicht nur bei den Zusehern auf reges Interesse – auch Wissenschaftler und Studenten der Universitäten Innsbruck und Salzburg beobachten die Spiele genau. Für sie steht dabei jedoch nicht primär das sportliche Kräftemessen im Vordergrund, sondern das Untersuchen und Verstehen der Abläufe eines (Sport-)Events. Im Sinne der Nachhaltigkeit sollen dabei Lehren gezogen werden, um das durch die Durchführung eines Events aufgebaute Knowhow mit wissenschaftlichen Mitteln zu dokumentieren und zukünftigen Organisatoren zugänglich zu machen. Die Anhäufung von strukturiertem Wissen ermöglicht beispielsweise das bessere Verständnis der Event-Zielgruppe und bewahrt zukünftige Organisationskomitees (OKs) davor, immer wieder dieselben Fehler zu machen. Themen von Interesse sind derzeit etwa die TeilnehmerInnen-Profile, die Zufriedenheit der AthletInnen, das Thema „Verletzung und Sportkarriere“ oder auch die Frage nach dem regional-ökonomischen Effekt, den die TeilnehmerInnen generieren. Dr. Martin Schnitzer von der Universität Innsbruck, der sich schon lange mit dem Thema Sportevents beschäftigt, sagt dazu: „Die Analyse einer Veranstaltung aus verschiedenen Blickwinkeln schafft eine gute Basis für deren gesamtheitliche Beurteilung. Darüber hinaus kann das generierte Wissen weitergegeben und verwendet werden. Jedoch gibt erst die Aneinanderreihung von Veranstaltungen die Richtung einer Region vor bzw. führt zu Wahrnehmung als Event-Destination“. Dieses Thema ist insbesondere für eine Region wie Tirol, die seit langem regelmäßig Austragungsort von Großevents ist, interessant. Das Knowhow der Tiroler ist auch international anerkannt – und heiß begehrt.

Delegationen empfangen

Im Rahmen des Observerprogrammes wurde nun interessierten OKs aus sechs verschiedenen Ländern die Chance geboten, vom Wissenstransfer zu profitieren. Vertreter von zukünftigen European und World Masters Games sowie sonstigen Sport-Event-Netzwerken, wie Olympic Cities oder der International Association of Event Hosts wurden eingeladen, um nach Innsbruck zu kommen. Die Delegierten, die aus Finnland, Spanien, Italien, China, Korea und den USA angereist waren, genossen ein umfangreiches Programm. Auf dem Plan standen Führungen durch die Venues und der Kontakt zu Mitgliedern des OK der WWMG. Komplettiert wurde das Programm durch einen Vortrag von Dr. Martin Schnitzer, der die Erfolge in der Zusammenarbeit, die zwischen der Universität Innsbruck und dem Organisator der WWMG, der innsbruck-tirol sports GmbH besteht, präsentierte. „Wir möchten den TeilnehmerInnen so viel Input wie möglich mitgeben. Durch unsere Historie an Sportevents konnten wir ein breites Wissen ansammeln, das wir nun weitergeben dürfen. Gerade mit unserem volunteer team tirol und der neu entwickelten App haben wir einzigartige und wertvolle Erfahrungen gesammelt“, freut sich Georg Spazier, Geschäftsführer der innsbruck-tirol sports GmbH. „Für künftige Veranstalter geht es vor allem um das sinnvolle Übernehmen von Input, also der Frage, was von dem was ich sehe, kann ich auf meine Realität übertragen“, meint Dr. Martin Schnitzer, der zwischen 2005 und 2008 bei internationalen Events OK-Erfahrung sammelte, bevor er als Wissenschaftler tätig wurde. In ihren Heimatländern zurück - arbeiten die Delegierten nun an der Verwirklichung ihrer eigenen Events. Zurückgreifen können sie dabei, unter anderem, auf Wissen aus Tirol.

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