Kurzgeschichten

Am neunten Tag der WWMG 2020 fand der Wettkampf der Skibergsteiger Individual in Praxmar statt. Der Start erfolgt bei Schneefall, in den höheren Lagen hang teils dichter Nebel.

Unter den Athleten lief mit Startnummer 60, der 72 jährige Amerikaner Bob Arnot mit. Auf die Frage, ob er bereit zum Interview sei, erklärt er: „Ich bin bereit geboren“. Auf die Frage, englisch oder deutsch, kommt sofort „deutsch“. Er habe 1968 ein Jahr in Innsbruck an der Universität Deutsch studiert. Aktuell lebt Bob in Vermont, in einem Ort, den er liebevoll, ein kleines Stück Österreich nennt. Bob freut sich, jetzt wieder im „richtigen Österreich“ und sogar in Tirol sein zu können. Nach dem Langlauf-Bewerb in Seefeld über 5km und 15km hat er vorgestern seinen ersten Bewerb im Skibergsteigen bestritten, das Vertical-Rennen am Patscherkofel. Im Langlauf ist Bob bereits in vielen Bewerben erfolgreich an den Start gegangen, so zum Beispiel beim Canadian Skimarathon oder dem Vasalauf. Weil in Vermont häufig nicht ausreichend Schnee liegt, hat Bob mit dem Skitourengehen begonnen und so eine Freude daran entwickelt, dass er nun fast täglich eine Tour geht. Der Amerikaner ist Arzt und arbeitet immer noch für diverse Wohltätigkeitsorganisationen im Kongo, Haiti, Irak, Ruanda usw. Zudem arbeitet er für das amerikanische Fernsehen, macht Sendungen in Arabisch, Suaheli und Französisch und hat ein Buch mit dem Titel „Schalte auf jung um“ geschrieben. Im Sommer Bob auf dem Stand-Up-Surfbrett unterwegs und wurde in Hawaii Weltmeister in dieser Disziplin in seiner Altersklasse. Seine Vielseitigkeit ist sehr beeindruckend.

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Die Schweizerin Cécile Pasche wurde im Vertical am Patscherkofel Dritte und startet auch in Praxmar beim Individual-Rennen. Für sie sind die WWMG in Innsbruck eine gute Gelegenheit, Sportler aus anderen Disziplinen kennenzulernen und Freundschaften zu knüpfen. Durch eine ihrer Freundinnen – eine italienische Eisschnellläuferin“ – hat sie den Eisschnelllaufsport kennengelernt und zudem zum ersten Mal live gesehen. Sie war auch als Zuschauerinnen bei den Eiskunstlauf-Bewerben und ist beeindruckt von den älteren AthletInnen, die so schöne Darbietungen auf dem Eis gezeigt haben. Sie sagt, sie sei 45-jährig und noch nicht gewohnt, älter zu werden, dies hier sei aber eine sehr gute Schule für sie.

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Bilder © Volunteer Team Tirol

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